Warum viele Menschen ihren Körper nicht mehr spüren
In meinen Kursen beobachte ich immer wieder etwas, das mich nachdenklich macht:
Viele Menschen haben Schwierigkeiten, ihren eigenen Körper zu spüren.
Das zeigt sich auf ganz unterschiedliche Weise.
Manche haben schon Probleme damit, einfach mal für eine Minute still zu sein.
Am Anfang der Stunde, wenn wir kurz zur Ruhe kommen, oder am Ende bei der Entspannung – für viele ist das ungewohnt.
Andere merken es bei den Übungen.
Wenn ich zum Beispiel sage:
„Heb mal dein Bein an und spür mal in deinen Po – was passiert da?“
Dann kommt ganz oft die Antwort:
„Ich spüre nichts.“
Und ich glaube nicht, dass sie nichts spüren.
Ich glaube, sie wissen einfach nicht mehr, wie sich das anfühlt.
Wenn der Zugang zum Körper verloren geht
Das betrifft nicht nur einzelne.
Ich habe das früher auch schon bei Kindern im Training beobachtet.
Selbst Kinder wussten oft nicht, wie sie bestimmte Muskeln anspannen sollen oder wie sich das anfühlt.
Und bei Erwachsenen – selbst bei älteren Menschen – ist es oft nicht besser.
Dabei müsste man eigentlich denken:
Mit den Jahren kommt das Körpergefühl automatisch.
Aber in Wirklichkeit passiert oft das Gegenteil:
Der Zugang zum eigenen Körper geht im Laufe des Lebens verloren.
Warum das so ist
Wir leben in einer sehr schnellen Zeit.
Viele Menschen stehen unter Druck:
im Job
im Alltag
in der Familie
Sie hetzen von Termin zu Termin.
Sie funktionieren.
Und wenn man ständig funktioniert, passiert etwas ganz Entscheidendes:
Man hört auf, in sich hineinzuspüren.
Der Körper läuft einfach mit.
Signale werden übergangen oder gar nicht mehr wahrgenommen.
Typische Beispiele aus dem Alltag
Ein klassisches Beispiel sind die Schultern.
Viele Menschen ziehen ihre Schultern unbewusst nach oben – den ganzen Tag.
Sie merken es nicht.
Erst wenn Schmerzen kommen, Verspannungen, Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen, fällt es auf.
Und dann ist es oft schon ein Stück zu spät.
Ich kenne das auch von mir selbst.
Ich hatte über Jahre Schulterprobleme – und habe es selbst nicht bewusst wahrgenommen.
Ich war im Hamsterrad.
Ich habe funktioniert.
Erst als meine Migräne so schlimm wurde, dass ich handeln musste, habe ich angefangen, wirklich hinzuspüren.
Warum das so problematisch ist
Wenn wir unseren Körper nicht spüren, übersehen wir seine Signale.
Und genau das führt oft dazu, dass:
Verspannungen chronisch werden
Schmerzen sich festsetzen
der Körper immer mehr „aus dem Gleichgewicht“ gerät
Viele Beschwerden könnten früher erkannt werden, wenn wir gelernt hätten, rechtzeitig hinzuhören.
Das macht es später nicht unmöglich – aber deutlich aufwendiger.
Denn dann muss man erst wieder lernen, überhaupt in Kontakt mit dem eigenen Körper zu kommen.
Was ich in meinen Kursen anders mache
Genau deshalb hat die Wahrnehmung in meinen Stunden einen so großen Stellenwert.
Es geht bei mir nicht nur um Bewegung, Kraft oder Beweglichkeit.
Es geht darum, wieder zu lernen:
zu spüren
Unterschiede wahrzunehmen
Signale zu erkennen
Deshalb gibt es bei mir immer wieder Momente zum Nachspüren.
Manchmal nur 10 oder 20 Sekunden.
Ich gebe dann Impulse wie:
„Spür mal in deine Schultern.“
„Merkst du einen Unterschied zwischen rechts und links?“
„Wie fühlt sich das jetzt an im Vergleich zu vorher?“
Diese kleinen Momente machen einen großen Unterschied.
Was sich dadurch verändert
Mit der Zeit passiert etwas Schönes.
Die Teilnehmer beginnen, ihren Körper wieder wahrzunehmen.
Sie merken früher:
wenn etwas zu viel wird
wenn sich Verspannungen aufbauen
wann eine Pause gut wäre
Und genau das ist der entscheidende Punkt.
Denn dann verändert sich nicht nur etwas im Training –
sondern im Alltag.
Meine persönliche Erfahrung
Ich musste das selbst erst lernen.
Durch meine Migräne habe ich irgendwann verstanden,
dass ich nicht dauerhaft gegen meinen Körper arbeiten kann.
Ich musste anfangen, auf ihn zu hören.
Und genau das gebe ich heute weiter.
Mein Fazit
Beweglichkeit, Kraft und Training sind wichtig.
Aber ohne Wahrnehmung fehlt die Grundlage.
Wer seinen Körper nicht spürt, kann nicht gut für ihn sorgen.
Und genau deshalb ist es mir so wichtig,
Menschen wieder zurück in dieses Spüren zu bringen.
Denn dort beginnt echte Veränderung.
stimmt, viele haben Schmerzen, können aber nicht sagen wo genau. Unterscheiden nicht, zwischen Hüfte und/ oder Knie. Mach bitte weiter so Marion.
Ich danke Dir liebe Margot. 🙂