Wie ich zum Training auf dem Stuhl gekommen bin

Wie ich zum Training auf dem Stuhl gekommen bin

Ehrlich gesagt – wie die Jungfrau zum Kind.
Wenn mich heute jemand fragt, warum ich ausgerechnet Training auf dem Stuhl anbiete, muss ich oft schmunzeln. Denn das war nie mein großer Masterplan. Es war keine Geschäftsidee, die ich mir am Schreibtisch ausgedacht habe. Es war das Leben, das mir diese Aufgabe vor die Füße gelegt hat.
In diesem kurzen Video erzähle ich Dir meine Geschichte. Schau es Dir gerne an – oder lies darunter weiter, wie alles begann.
 
 
 
 
 

Die Gruppe, die keiner haben wollte

Alles fing in einem ganz normalen Sportverein an. Dort gab es eine Gruppe von älteren Damen, die – um es vorsichtig auszudrücken – nicht gerade die beliebteste Gruppe bei den Trainern war. Die bisherige Trainerin musste aus Alters- und Gesundheitsgründen aufhören, und niemand wollte diese Gruppe übernehmen.
Ich habe mir das Training damals angeschaut, und dachte :Da geht noch mehr! Diese Frauen können mehr!
Also habe ich gesagt: “Ich mache das.”

Der Wendepunkt: Wenn der Boden zum Hindernis wird

Als ich die Gruppe übernahm, habe ich schnell gemerkt, wo das eigentliche Problem lag. Es lag nicht daran, dass die Frauen nicht trainieren wollten. Es lag daran, dass sie nicht mehr auf den Boden kamen.
Für viele Menschen – oft schon ab 50, spätestens aber ab 60 oder 70 – wird der Weg hinunter auf die Matte und wieder hinauf zu einer echten Hürde. Knieprobleme, Hüftschmerzen, Schwindel oder einfach die fehlende Kraft machen das klassische Bodentraining unmöglich.
Die traurige Konsequenz: Viele hören dann einfach komplett auf, sich zu bewegen. Sie gehen in keine Kurse mehr, weil sie denken: Wenn ich nicht auf die Matte komme, kann ich eben keinen Sport mehr machen.

Erfinderisch werden: Mein Weg zum Stuhltraining

Das wollte ich nicht akzeptieren. Ich war und bin der festen Überzeugung: Nur weil man nicht auf den Boden kann, heißt das noch lange nicht, dass man nicht trainieren kann!
Also fing ich an, das Training umzubauen. Wir nutzten den Stuhl. Wir trainierten im Sitzen. Wir nutzten die Stuhllehne, um uns im Stehen abzustützen. Wir kräftigten die Muskeln, wir dehnten die Faszien, wir mobilisierten die Gelenke – alles ohne Matte.
Das Ergebnis war überwältigend. Innerhalb kürzester Zeit hat sich die Teilnehmerzahl in meiner Gruppe verdreifacht, fast vervierfacht. Die Frauen und später auch Männer merkten: Ich kann ja doch noch was tun!

Von der Notlösung zur Leidenschaft

Was als Notlösung für eine verwaiste Vereinsgruppe begann, ist heute meine absolute Leidenschaft. Ich habe in den letzten Jahren unzählige Übungen entwickelt und angepasst.
Inzwischen gebe ich sogar “Yogilates” (eine Mischung aus Yoga und Pilates) auf dem Stuhl. Und selbst Yin Yoga – das eigentlich ein reines Bodentraining ist – habe ich so abgewandelt, dass wir es auf einer kleinen Bank machen können.
Mein Ziel ist es, Menschen zu zeigen, dass Bewegung in jedem Alter und mit jeder körperlichen Einschränkung möglich ist. Man muss nur wissen, wie.
Wenn Du also auch denkst, dass Sport für Dich nicht mehr in Frage kommt, weil der Boden zu weit weg ist – dann lade ich Dich ein, es einfach mal mit dem Stuhl zu probieren. Du wirst überrascht sein, wie viel noch geht!
Deine Marion

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