Warum es diesen Blog gibt – Mein Leben mit Migräne

Willkommen auf meinem neuen Blog! Neben meinen Kursen und dem Gesundheitstraining möchte ich hier auf meiner Website einen ganz persönlichen Raum schaffen. Einen Raum für Gedanken, für den Alltag, für Bewegung – und vor allem für ein Thema, das mich seit über 40 Jahren begleitet: Migräne.

Ich schreibe diese Zeilen nicht als Ärztin. Nicht als Therapeutin. Und auch nicht, um Lösungen zu versprechen. Ich schreibe als jemand, der seit Jahrzehnten mit Migräne lebt.

Wie alles anfing

Lange Zeit war mir selbst nicht bewusst, dass ich chronisch krank bin. Migräne war einfach da. Ich bin mit ihr groß geworden. Meine Mutter hatte schwere Migräne. So schlimm, dass ich als Kind manchmal Angst hatte, sie würde sterben, wenn ich sie blass und völlig erschöpft im Bett liegen sah. Damals gab es kaum Aufklärung. Kaum Hilfe. Man nahm Schmerzmittel – und hielt durch.

Auch bei mir waren Kopfschmerzen früh ein Thema. Die Migräne kam spätestens mit der Pubertät. Und sie blieb. Durch Ausbildung, Beruf, Selbstständigkeit, Schwangerschaften, Kinder, Verantwortung. Ich habe funktioniert. Wie so viele.

Die späte Erkenntnis

Erst sehr spät habe ich verstanden, dass Migräne keine Befindlichkeit ist, sondern eine neurologische Erkrankung. Dieses Wissen hätte mir früher unglaublich geholfen. Allein zu wissen: Ich bilde mir das nicht ein. Ich bin nicht schwach. Ich übertreibe nicht. Ernst genommen zu werden – das hätte ich gebraucht.

Warum ich heute darüber schreibe? Weil sich gerade etwas verändert. Migräne bekommt mehr Raum. Es wird offener darüber gesprochen. Auch von Ärztinnen und Ärzten, die selbst betroffen sind. Und weil ich merke: Ich bin nicht allein. War ich nie. Ich wusste es nur lange nicht.

Für wen dieser Blog ist

Diese Seite ist für Betroffene. Für Angehörige, Partner, Freunde. Für Menschen, die verstehen wollen, warum Migräne ein Leben fremdbestimmen kann. Und für alle, die sich informieren möchten – ohne Bewertungen, ohne schnelle Tipps, ohne dieses „Mach doch einfach mal…”.

Was du hier nicht finden wirst: keine Heilversprechen, keine Patentlösungen, kein „Das hat mir geholfen, also musst du das auch machen”.

Was du hier finden darfst, ist meine Erfahrung. Ungefiltert. Mit Höhen und Tiefen. Mit Rückschritten, Zweifeln und Hoffnung. Mit allem, was zu einem Leben mit Migräne dazugehört.

Mein Leben heute

Migräne begleitet mich seit vielen Jahren. Sie hat mein Leben beeinflusst – manchmal massiv. Sie hat Pläne zerstört, Wochenenden beendet, Termine unmöglich gemacht. Ich kenne dieses Gefühl, morgens aufzuwachen und zu wissen: Heute entscheidet nicht mein Kalender. Heute entscheidet die Migräne.

Und trotzdem habe ich immer versucht, mir ein Leben daneben zu bauen. Ich war Friseurmeisterin. Ich bin heute Gesundheitssporttrainerin. Ich arbeite mit Menschen, unterrichte Kurse, habe eine große Online-Community. Ich bin Marion – mit Migräne. Nicht: die Marion mit der Migräne.

Das kostet Kraft. Ja. Aber es gibt mir auch Sinn. Struktur. Und manchmal Ablenkung. Und manchmal ist genau das ein Teil des Umgangs damit.

Ich habe mein Leben verändert. Mein Arbeitstempo. Meine Prioritäten. Meine Grenzen. Ich gönne mir Rückzug. Ruhe. Stille. Die Migräne ist dadurch nicht verschwunden. Aber sie ist leiser geworden. Tragbarer.

Vielleicht wird sie mich ein Leben lang begleiten. Diese Hoffnung, dass sie ganz verschwindet, habe ich losgelassen. Und genau das hat mir geholfen, besser damit umzugehen.

Wenn Du das hier liest und selbst betroffen bist: Du bist nicht allein.
Und wenn Du Angehöriger bist: Danke, dass Du versuchst zu verstehen.

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